1882-1932

Schulgeschichte 1882-1932


Das im Jahre 1882 gegründete „Städtische Progymnasium" war anfangs in bestehenden "Gemeindeschulen", teilweise auch in gemieteten Privaträumen untergebracht. Zwischen 1884 und 1887 wurde in der Pankstraße am Gesundbrunnen für 562 000 Mark ein Gebäudekomplex errichtet, der schon im August 1886 bezogen wurde. Ostern 1887 wurde die Schule als humanistisches Gymnasium anerkannt und erhielt den Namen "Lessing-Gymnasium". Es wurden nur Jungen unterrichtet. Der erste Schulleiter war Dr. Johannes Quaatz, der als eine "gebietende Persönlichkeit" geschildert wird und der "der Schule ihr geistiges Gesicht zu geben wusste".

Dr. Quaatz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schulordnung ... ein Dokument des Zeitgeistes, eine genauere Datierung ist leider noch nicht gelungen - im digitalen Archiv als .pdf-Datei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Anlage wurde im Zweiten Weltkrieg sehr stark beschädigt, das Lessing-Gymnasium fand 1945 am heutigen Standort in der Schöningstraße 17 im Wedding eine notdürftige Unterkunft. Heute wird das Gebäude in der Pankstraße von der Herbert-Hoover-Realschule genutzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gebäudefotos auf dieser Seite entstammen einem Postkarten-Set, der vermutlich zur Feier des 50-jährigen Schuljubiläums im Jahre 1932 angefertigt wurde.  Besonders beachtlich: die Ausgestaltung der Eingangshalle und dazu passend die formale Kleidung von Schülern (der oberen Klassen) und Lehrern. Der komplette Postkartensatz - in höherer Auflösung - kann als .zip-Datei herunter geladen werden.

An der Stirnseite der Aula ist eine Büste des Namenspatrons der Schule - Gotthold Ephraim Lessing - zu erahnen. Sie wurde von seinem Urgroßneffen Otto Lessing geschaffen, einem damals sehr bekannten Bildhauer und Vertreter des Historismus, Die Schule erhielt diese Skulptur im Jahre 1907 zum 25-jährigen Jubiläum geschenkt, sie ziert auch heute noch die Aula im "neuen" Gebäude.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1922 gliederte der damalige Direktor Dr. Schmeing einen Realschulzweig sowie eine so genannte Aufbauschule in das Lessing-Gymnasium ein. Der Aufbauzweig sollte es begabten "Volksschülern" ermöglichen, nach ingesamt 12 Schuljahren die "Reifeprüfung" abzulegen.

Das 50-jährige Bestehen fiel 1932 mit dem 100. Todestag Goethes zusammen. Die Fotografie (in höherer Auflösung mit erstaunlichem Detailreichtum) zeigt eine Szene aus der Festaufführung "Iphigenie auf Tauris", die der Direktor Dr. Freitag persönlich leitete. Zumindest im Aufbauzweig waren ab etwa 1927 auch Mädchen zugelassen, das Lessing-Gymnasium galt als "besonders bedeutungsvolle Schule" in Berlin.

(Hbg)

 


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