Mein Schuljahr in Nordirland

Eingang blumenMein Name ist Enes S. und ich bin 17 Jahre alt. Nach der 10. Klasse habe ich beschlossen ein Auslandsjahr zu machen. Wir haben eine gute Schule in Nordirland namens Royal School Armagh gefunden und ich möchte anderen Interessenten einen kleinen Einblick darüber geben. 

Meinen Aufenthalt in Nordirland in der kleinen, traumhaften Stadt namens Armagh (ca. eine Stunde von Belfast entfernt) habe ich sehr genossen. Dies war eine einmalig schöne Erfahrung und so fiel es mir am Anfang entsprechend schwer, wieder zurückzukommen.

In Nordirland habe ich eine andere Art von Schule erlebt, nicht weil man nur 4 Fächer (im Abitur) hat, sondern weil dort generell eine vollkommen andere Atmosphäre in der Schule herrscht.

 

 

 

 

Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ist viel persönlicher und freundlicher. Als Unterrichtsfächer hatte ich Mathematik, Technologie & Design, Informatik und Business Studies. Man hat im Durchschnitt 2 Lehrer pro Fach und dadurch sind die Kurse auch arbeitsintensiver. Hausaufgaben bestehen zunehmend aus essays - Aufsätze, die alle als Vorbereitung auf die Examen im Januar und Juni dienen. In den Examen legt man in der 12. Klasse das AS-Level ab und führt in Klasse 13 das A-Level weiter (in Deutschland wäre das die 11. & 12. Klasse). Das sind Abschlüsse, die in Punkte umgerechnet werden und den Schüler für ein Studium an einer Universität berechtigen. Man arbeitet das ganze Jahr auf die Examen hin und nur in denen werden Noten erteilt. Zwar werden Hausaufgaben eingesammelt und kontrolliert, aber die Benotung geht nicht in das Endergebnis des Schülers ein. Nach der Schule fanden regelmäßig sogenannte AG's statt, wie zum Beispiel Rugby, Cricket, Darstellendes Spiel und Debating.

Auch muss ich erwähnen, dass mein Schuldirektor Mr Paul Crute ein sehr sympathischer Mensch ist. Seine Beziehung zu den Schülern ist echt besonders. Nach dem Unterricht hat man sich oft mit den Lehrern und Schülern über persönliche Themen unterhalten. Der Draht der Lehrer und des Direktors zu den Schülern ist wie schon zuavor erwähnt sehr wichtig. 

Ich habe im Boardinghouse der Schule gewohnt, welches mir sehr gefallen hat. Die Abiturienten haben ein eigenes Haus, das von den anderen jüngeren Schülern getrennt ist. Jeder hat ein eigenes Zimmer mit Dusche und Toilette. Lernzeiten als auch genug Freizeit hatten wir ebenfalls. Hinzu kommt, dass man als "7-Day-Boarder" am Wochenende komplett frei hatte und somit auch größere Pläne wie zum Beispiel ein Ausflug nach Belfast oder Dublin, Go Cart, Bowling organisieren konnte. 

"Hattest du denn keine Probleme, die Menschen zu verstehen"? So ungefähr lautet oft die Frage. Nun, nein, eigentlich nicht. Natürlich muss man etwas hereinkommen, aber das funktioniert super schnell und man gewöhnt sich auch schnell daran. Hinzukommt, dass ich in einem Internat war. Das heißt, um mich herum - in der Schule, als auch danach - gab es nur Englisch sprechende Menschen. Das hat den Lernprozess ebenso beschleunigt. 

Um langsam zum Schluss zu kommen: Ein Auslandsjahr ist etwas Einmaliges! Die Erfahrung wirkt sich nicht nur auf die Schule, sondern auf dasr ganze Leben aus. Man verändert sich, entwickelt sich und sieht die eigene Welt auf einmal ganz anders. Ein Auslandsaufenthalt sollte nicht als eines der schönsten Jahre im Leben gesehen werden, aber als eines der emotionenreichsten und aufregendsten.

Ich beantworte gerne Fragen zu meinem Auslandsjahr und hoffe, dass ich anderen Interessenten mit meinem Bericht behilflich sein kann.

Mit freundlichen Grüßen

Enes S.

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